23. Oktober 2009

Eines vorweg: „Meeting“ klingt toll, ist aber eigentlich der englische Begriff für „stundenlang dumm rum sitzen und sich Kaffee bringen lassen“. Aber manchmal hilft´s ja nix. So durfte ich dieser Tage nach München fliegen. Um 8 Uhr 45.

Was bedeutet: Spätestens um acht Uhr am Flughafen sein.
Da ich aber weder im Terminal wohne, noch stoibermäßig in zehn Minuten dort bin, muss ich verdammt früh aufstehen, um zum Airport zu kommen.
Denn ab 6 Uhr 45 geht auf der A40 nix mehr, dann ist die so voll wie ne Kaserne beim Stiefelsaufen.
Is mir dann ab 6 Uhr 55 auch schmerzlich aufgefallen, als ich im Rollatortempo über den Ruhr“schnell“weg gekrochen bin.Eine Stunde später war ich aus dem Stau raus und mitten drin im Bluthochdruckland, bin wie blöde über die A 52 Richtung Flughafen gepeitscht und im Schleudergang durchs Parkhaus geprügelt. Dass ich nicht diverse Trollies und Handtaschen am Kühlergrill hängen hatte, war alles.
Schlussendlich hab ich mich in eine Parklücke gequetscht, die mich zwang, schlangenmenschengleich aus der Karre zu steigen.
Dafür hab ich´s um PUNKT acht Uhr an den Counter geschafft, wurde noch eben von der Security auf Kokainschmuggel überprüft und saß im Flieger.

Halb elf war ich im Meeting. Dummerweise sollte sich schnell heraus stellen, dass das eigentliche Thema, weswegen ich zum Meeting geladen war, erst um 15 Uhr akut wurde.
Dafür war aber auch um 17 Uhr schon wieder Schluss.
Gut, sicher. Toll wäre natürlich gewesen, wenn mein Rückflug nicht erst für 20 Uhr 45 gebucht worden wäre.
Das Feinkostlokal am FJS (hippes Kürzel für den Airport) ist soooo doll dann auch nicht.
Um kurz nach neun sah ich nicht nur aus wie ein chinesischer Faltenhund, sondern konnte endlich wieder aus der Strassmetropole abfliegen, um endlich um 22 Uhr in Düsseldorf zu landen.
Um diese Zeit bin ich allerdings nicht gelandet, sondern kreiste eine geschlagene Stunde in einem Gewitter über eben dieser Stadt.
Was - wenn man nicht gerade Gefahrensucher ist - eine äußerst schweißtreibende Angelegenheit ist und meine Wut auf überflüssige Meetings nicht eben kleiner gemacht hat.
Ich für meinen Teil saß in dem Sessel mit durchgesupptem Hemd wie ein Korallenschmuggler am türkischen Zoll.

Um 23 Uhr sind wir dann schlussendlich gelandet.
Allerdings nicht in Düsseldorf.
Sondern in Köln.
Was blöd ist, weil: In Düsseldorf stand ja noch meine Karre.
Und in Köln eben der Flieger. Eine geschlagene Stunde lang.
Bis es interessant wurde. Um 23 Uhr 45 packte nämlich einen renommierten deutschen Journalisten die Wut, worauf hin er Richtung Cockpit stürmte und das Bordpersonal mit Tiraden wie „Euch mach ich fertig“ oder „Ich pack Euch da, wo es weh tut!“ bedachte.
Bei „Ich pack Euch da, wo es weh tut“ dachte der Pilot offensichtlich weniger an einen textlichen als an einen körperlichen Angriff, und so
war dann auch schnell die Polizei da, um den Amok- Schreiber mitzunehmen.
Was zumindest für ihn den Vorteil hatte, endlich aus diesem muffigen Stück Altmetall raus zu sein.
Wir wiederum bekamen um null Uhr erstmalig die Ansage, dass wir „gleich auftanken und zurück nach Düsseldorf fliegen“.

Zur Beruhigung aller - oder um schlicht ein Massaker zu vermeiden - verteilten die Stewardessen mittlerweile gratis Bier und Wein.
Von dem ich gerne auch reichlich getrunken hätte - aber da war ja noch mein verdammtes Auto. In Düsseldorf.
Dann war erstmal wieder Warten angesagt.
Mittlerweile hatten wir eine Stimmung wie im Mekong Delta Ende der 60er. Nur explosiver.
Die meisten waren kurz davor, ihre Fackeln und Mistgabeln aus dem Handgepäckfach zu holen.

Um 0 Uhr 45 kam die Ansage „es ist immer noch Gewitter, wir fliegen doch nicht“.
Eine Erkenntnis, die man auch schneller hätte haben können - gibt ja diverse „Wetter Apps“ für´s Handy.

Um 1 Uhr 30 kamen die Busse. Ich war mittlerweile fertig wie Dosenwurst und delirierte nur noch vor mich hin, während unablässig Schlager durch die Anlage quollen.
Um 2 Uhr 30 war ich am Airport Düsseldorf.
Was allerdings noch nicht bedeuten sollte, dass ich mein Auto hatte.
Neeeein.
In der Hetze des Morgens hatte ich mein Auto dermaßen planlos in die letzte verbliebene Parklücke genagelt, dass ich jetzt natürlich nicht mehr wusste, wo´s verdammt nochmal gleich war.
Gehetzt und durcheinander wie ein Crystal Meth-Dauerkonsument taumelte ich durch die Parkdecks, bis ich dann endlich zwanzig Minuten später auf der Bahn war.
Und um 3 Uhr 30 im Bett.
Da konnte ich dann diesen entsetzlichen Tag raus pennen.
Also natürlich nur bis um 7 Uhr 30.
Da musste ich ja wieder raus, auf die A40.
Doll.

Foto: © olly - Fotolia.com

1 MC Winkel
24.Oktober 2009

Solange ich nicht bei twitter zurückgefollowed werde, schreibe ich hier gar keinen Kommentar mehr. So sieht das nämlich aus! :)

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http://www.whudat.de

2 Natalie
27.Oktober 2009

Ich schmeiss mich wech! Koestlich! Danke, dass du uns an diesem "netten" Erlebnis hast teilhaben lassen. Eine Frage haette ich noch: welche Airline war's denn?

3 Mel
08.Dezember 2009

hmmm naja man sagt ja , das es immer noch schlimmer gehen kann. Naja sorry, viel schlimmer geht wohl nicht mehr. Immerhin hättest du die Chance gehabt, dich sinnlos zu besaufen, aber das war ja noch das Auto, das eh nicht wirklich gefunden wurde. Hast sicher einfach nen anderes genommen, um blos nach Hause zu kommen :)

lg aus Berlin

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