So, Freunde. Als ich vor ein paar Tagen in einem Hamburger Biergarten saß und mir fast drohend ein Blatt Laub auf den Tisch segelte, da wurde mir klar: Der Sommer ist vorbei.
Zeit, die kurzärmeligen City Hemden in den Schrank zu packen und die Wolljacke raus zu holen.
Aber auch Zeit, zu resümieren:
Was war denn eigentlich los, in diesem Sommer?
Vorweg natürlich erstmal nur Beklopptes.
Zum Beispiel meine Lieblingsschlagzeile:
„Polen Yeti begafft Bikini Mädchen“.
Zum einen möchte man erstmal sagen:
„Nu lasst den Yeti doch ma gucken- wenn die Alte sich schon so anzieht.“
Viel wichtiger aber ist wohl der Umstand, dass der Yeti überhaupt irgendwo war, um gaffen zu können.
Und wieso eigentlich da im Tatra Gebirge, in Polen?
Gut, damit wäre der Yeti beileibe nicht das einzige, was lange vermisst wurde und plötzlich in Polen wieder aufgetaucht ist.
Da rennt der pelzige Kollege einfach durchs Gebirge.
Okay, der letzte Höhlenmensch, der ziellos durch die Pampa gestreift ist, das war unser ehemaliger Nationaltorhüter und Paradeprimat, als er bei seinem Zelturlaub nach Blättern und Laub zum Hintern abwischen gesucht hat.
Geht aber noch bekloppter: Man bedenke nur den Perversen aus dem WC Tank!
Kein Witz: Auf einem Campingplatz in Maine hat sich ein Perverser im WC versteckt, um die Leute beim Klogang zu beobachten.
Meines Erachtens: Ne Scheißidee.
Woanders haste den Tiger im Tank, in Maine hockt der Stelzbock da….
Cleverer Bursche, der. One guy, one tank.
Ich frag mich, was macht der Penner, wenn er auf …äh… keine Ahnung.. Stahlarbeiter stehen würde? Sich im Hochofen verstecken?!
Abgesehen davon ist der Rosettenkavalier eh erwischt worden und jetzt hat Mokkapaule neben dem Haufen, in dem er ohnehin gestanden hat, auch noch nen Haufen Ärger: Die Polizei hat ihn (haha)... abgeführt.
Leider war nicht ganz ersichtlich, welche Nationalität der Kollege hatte.
Mein Tipp: Latrino.
Apropos „Ideen, direkt aus dem Rektum“:
Wer bitte hat eigentlich damit angefangen, allen C-, D- und Umlaut- Promis zu erzählen, dass die Vermarktung ihres Liebeslebens in irgendeiner Weise für andere Leute von Belang sein könnte?!
Ich – und ich spreche da für viele – interessiere mich für einen ehemals tennisbegabten Rothaar- Buckelwal und dessen Hochzeit in St. Boritz genau so wenig wie für die nicht enden wollende Verheiratung seiner Ex in Florida.
Wenn ich mir einen Mittvierziger ohne Job und vier Blagen von drei Frauen ansehen will, dann schalte ich die Vormittagstalkshows bei den Privaten ein!
Eben diese Sender, also die Primaten... äh... Privaten sind es dann auch, die mich allen Ernstes mit dem Privat- (daher wohl auch die Bezeichnung der Stationen) Leben gänzlich überflüssiger Leute stalken.
Wie fertig muss man sein, um allen Ernstes dran bleiben zu wollen, wenn die Tochter eines Münchener Tränensackmoguls zum Ernährer-Casting lädt?
Und das, obwohl jeder weiß, dass dieser Job für die angetretenen Männer nicht weniger als ein amouröses Himmelfahrtskommando bedeutet.
Ich schick meinen Neffen ja auch nicht zum Kniffeln in einen Paviankäfig!
Dass die neurotische Plattentellermine als Schlusspunkt einer beispiellosen Selbstausweidung auch noch einen Sexratgeber herausgeben musste, ist gleichermaßen überflüssig wie bitter.
Also, für ihren pubertierenden Sohn, der sicherlich kaum Lust haben dürfte, diverse Passagen daraus bei seinen Mitschülern auf dem Pausenhof zu erklären.
Und kaum war die Kiste abgewrackt, kamen schon die nächsten drei Zelebritäten- Derivate um die Ecke, um sich ebenfalls öffentlichkeitswirksam ‘nen Beschlafer zu suchen.
Die einen nennen das „Promi Singles“ – „Elendstourimus“ passt mindestens genau so gut.
Was übrigens noch deutlich schlimmer war, da sich die Sendung meistens um das weitestgehend brach liegende Liebesleben einer Berliner Kabarettistin drehte, für deren Weiblichkeit zumindest ich nicht würde bürgen wollen.
In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Zumal der Sender die Sendung nach kurzer Verweildauer dann auch konsequent abgesetzt hat.
Gerade noch rechtzeitig, wie ich finde.
Zum einen, weil die Show tatsächlich so viele Zuschauer hatte wie das traditionelle senegalesische Büffelkotlutschen im Kulturkanal.
Zum anderen, weil wir wirklich nur knapp daran vorbeigeschrammt sind, mit ansehen zu müssen, wie besagte Hauptstädterin tatsächlich noch jemanden in ihre Kiste lotst.
Und DAS, das muss ich mir wirklich nicht ansehen!
Da such ich mir lieber den nächstbesten WC Tank und gucke mir von dort aus....
...nee..... so weit muss es auch nicht gehen!
Mal gucken, was der Herbst bringt.
Ich hab jetzt schon Angst!
Foto (c) divento - fotolia.com



Beiträge abonnieren »
Kommentar hinzufügen